Asthma in der Schule: Geben Sie Lehrkräften und Erzieherinnen und Erziehern das notwendige Wissen

Asthma in der Schule: Geben Sie Lehrkräften und Erzieherinnen und Erziehern das notwendige Wissen

Asthma gehört zu den häufigsten chronischen Erkrankungen im Kindesalter in Deutschland. Viele Schülerinnen und Schüler leben mit der Krankheit – manche kaum beeinträchtigt, andere mit deutlicheren Symptomen. Damit sie ihren Schulalltag unbeschwert erleben können, braucht es ein Umfeld, das informiert und vorbereitet ist. Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte spielen dabei eine zentrale Rolle: Sie können entscheidend dazu beitragen, dass Kinder mit Asthma sicher, aktiv und integriert am Schulleben teilnehmen.
Eine unsichtbare Erkrankung im Alltag
Asthma ist nicht immer auf den ersten Blick erkennbar. Ein Kind kann an einem Tag völlig beschwerdefrei wirken und am nächsten plötzlich unter Husten, Atemnot oder Engegefühl in der Brust leiden. Auslöser können körperliche Anstrengung, Pollen, Hausstaub, kalte Luft oder auch Parfüm sein – und sie unterscheiden sich von Kind zu Kind.
Für Lehrkräfte und Erzieherinnen und Erzieher ist es wichtig, die Anzeichen zu kennen und richtig zu reagieren. Typische Hinweise können sein:
- häufiges Husten, besonders bei Bewegung oder in der Nacht
- pfeifende oder rasselnde Atemgeräusche
- Müdigkeit oder Konzentrationsprobleme durch gestörten Schlaf
- der Wunsch nach Pausen oder die Nutzung eines Inhalators während des Tages
Wer diese Signale erkennt, kann frühzeitig handeln und eine Verschlechterung vermeiden.
Zusammenarbeit mit Eltern und medizinischem Fachpersonal
Ein offener Austausch zwischen Schule, Elternhaus und gegebenenfalls dem Kinderarzt oder der Schulgesundheitsfachkraft ist entscheidend. Eltern wissen meist genau, welche Faktoren bei ihrem Kind Asthma auslösen und wie die Behandlung aussieht. Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte erleben dagegen, wie sich die Erkrankung im Schulalltag auswirkt.
Hilfreich ist es, gemeinsam zu klären:
- wo das Kind seine Medikamente aufbewahrt und wer im Notfall helfen darf
- wie ein Asthma-Notfallplan aussieht und wer informiert werden muss
- wie Vertretungskräfte oder neue Mitarbeitende über das Kind informiert werden
- wie offen mit dem Kind über seine Erkrankung gesprochen werden kann
Wenn alle Beteiligten über die gleichen Informationen verfügen, entsteht Sicherheit – für das Kind ebenso wie für die Erwachsenen.
Bewegung ist wichtig – aber mit Rücksicht
Kinder mit Asthma sollen und dürfen sich bewegen. Sport stärkt die Lunge und das Selbstvertrauen. Wichtig ist jedoch, dass die körperliche Aktivität an die individuellen Bedürfnisse angepasst wird.
Lehrkräfte können unterstützen, indem sie:
- dem Kind erlauben, den Inhalator vor dem Sportunterricht zu benutzen, falls ärztlich empfohlen
- Pausen während des Trainings ermöglichen
- Aktivitäten bei sehr kaltem oder feuchtem Wetter anpassen
- Verständnis zeigen, wenn das Kind an manchen Tagen weniger belastbar ist
Das Ziel ist, dass kein Kind wegen seiner Erkrankung ausgeschlossen wird. Mit der richtigen Unterstützung können die meisten Kinder mit Asthma uneingeschränkt am Unterricht und an Freizeitaktivitäten teilnehmen.
Ein gesundes Raumklima hilft allen
Das Schulumfeld hat großen Einfluss auf das Wohlbefinden von Kindern mit Asthma. Schlechte Luftqualität, Staub, Schimmel oder starke Düfte können Symptome verschlimmern. Schulen und Kindertagesstätten sollten daher auf ein gutes Raumklima achten, zum Beispiel durch:
- regelmäßiges Lüften und gründliche Reinigung
- Verzicht auf stark parfümierte Reinigungs- oder Duftstoffe
- Wartung von Lüftungsanlagen
- Kontrolle auf Feuchtigkeit und Schimmelbildung
Ein gesundes Raumklima verbessert nicht nur die Situation für Kinder mit Asthma, sondern fördert auch die Konzentration und das Wohlbefinden aller.
Wissen schafft Sicherheit
Viele Lehrkräfte fühlen sich unsicher, wenn ein Kind plötzlich Atemnot bekommt. Das ist verständlich – doch mit dem richtigen Wissen lässt sich diese Unsicherheit abbauen. In mehreren Bundesländern bieten Gesundheitsämter, Krankenkassen oder Asthma-Schulungsprogramme Informationsmaterialien und Fortbildungen für pädagogisches Personal an. Diese Angebote können helfen, im Ernstfall ruhig und kompetent zu handeln.
Asthma im Schulalltag zu verstehen bedeutet mehr als nur den Umgang mit Medikamenten zu kennen. Es geht darum, ein Umfeld zu schaffen, in dem sich Kinder sicher, verstanden und unterstützt fühlen. Wenn Lehrkräfte und Erzieherinnen und Erzieher das notwendige Wissen haben, wird die Schule zu einem Ort, an dem alle Kinder frei durchatmen können – auch die mit Asthma.















