Impfung und Erkältung: Wann sollte das Kind warten?

Impfung und Erkältung: Wann sollte das Kind warten?

Wenn ein Kind geimpft werden soll, fragen sich viele Eltern, ob eine laufende Nase oder ein leichter Husten Grund genug sind, den Termin zu verschieben. Impfungen sind ein zentraler Bestandteil des Kinderschutzes vor schweren Krankheiten, doch niemand möchte den Körper zusätzlich belasten, wenn das Kind krank ist. Hier erfahren Sie, wann es sinnvoll ist zu warten – und wann die Impfung trotzdem stattfinden kann.
Eine leichte Erkältung ist meist kein Hindernis
Kinder sind häufig erkältet, besonders in der kalten Jahreszeit. Eine milde Schnupfennase oder ein leichter Husten sind in der Regel kein Grund, eine Impfung abzusagen. Solange das Kind munter wirkt, normal isst und trinkt und kein Fieber hat, kann die Impfung in den meisten Fällen problemlos durchgeführt werden. Das Immunsystem ist auch bei einer leichten Infektion in der Lage, eine wirksame Abwehrreaktion auf die Impfung zu entwickeln.
Im Zweifel lohnt es sich, vor dem Termin die Kinderärztin oder den Kinderarzt zu fragen. Sie können am besten einschätzen, ob eine Impfung an diesem Tag sinnvoll ist.
Wann sollte man lieber warten?
Es gibt jedoch Situationen, in denen eine Verschiebung der Impfung ratsam ist. Das gilt insbesondere, wenn das Kind:
- Fieber über 38 °C hat
- deutlich abgeschlagen wirkt, z. B. ungewöhnlich viel schläft oder kaum isst und trinkt
- an einer akuten, schweren Infektion leidet, etwa einer Mittelohrentzündung, Lungenentzündung oder Mandelentzündung
- Antibiotika erhält und noch deutliche Krankheitssymptome zeigt
In solchen Fällen sollte die Impfung erst erfolgen, wenn das Kind wieder gesund ist. Meist genügt es, ein bis zwei fieberfreie Tage abzuwarten, bevor der Termin nachgeholt wird.
Warum ist Warten bei Krankheit sinnvoll?
Während einer Infektion arbeitet das Immunsystem auf Hochtouren. Eine zusätzliche Impfung kann den Körper dann unnötig belasten. Außerdem ist es schwieriger, mögliche Impfreaktionen – wie Fieber oder Müdigkeit – von den Symptomen der bestehenden Erkrankung zu unterscheiden. Wenn man wartet, bis das Kind wieder fit ist, kann die Impfung ihre volle Wirkung entfalten, und eventuelle Reaktionen lassen sich besser beurteilen.
Was gilt für chronisch kranke Kinder?
Kinder mit chronischen Erkrankungen wie Asthma, Allergien oder Diabetes können in der Regel nach Plan geimpft werden, auch wenn sie leichte Erkältungssymptome haben. Gerade für sie ist der Impfschutz besonders wichtig, da sie anfälliger für Infektionen sein können. Bei Kindern mit einer Erkrankung, die das Immunsystem beeinträchtigt, sollte die behandelnde Ärztin oder der Arzt immer in die Entscheidung einbezogen werden.
So können Eltern das Kind vorbereiten
Ob das Kind ganz gesund ist oder sich gerade von einer Erkältung erholt – eine gute Vorbereitung hilft, die Impfung stressfrei zu gestalten:
- Erklären Sie dem Kind ruhig und altersgerecht, was passieren wird.
- Bringen Sie etwas Vertrautes mit, z. B. ein Kuscheltier.
- Achten Sie darauf, dass das Kind vorher gegessen und getrunken hat.
- Planen Sie nach der Impfung einen ruhigen Tag ein, damit sich das Kind ausruhen kann.
Impfungen schützen – ein Leben lang
Auch wenn es verständlich ist, bei einer Erkältung vorsichtig zu sein, sollte man Impfungen nicht unnötig lange hinauszögern. Sie schützen Kinder vor schweren Krankheiten wie Masern, Keuchhusten oder Meningitis. Eine kurze Verschiebung ist unproblematisch, aber längere Pausen können dazu führen, dass das Kind vorübergehend ungeschützt ist.
Deshalb gilt: Das Impfprogramm möglichst einhalten – und nur dann warten, wenn das Kind wirklich krank ist.















